Kein Rufmord im Watt: Warum der Goldschakal kein Persönlichkeitsrecht auf Lammkoteletts hat

goldschakal in gefriertruhe

Keitum (spa) – In einer juristischen Sternstunde, die selbst den erfahrensten Deichgrafen die Tränen der Rührung in die Augen treibt, hat das Verwaltungsgericht Schleswig nun klargestellt: Ein Schakal ist kein Mensch. Während mancherorts noch darüber debattiert wird, ob Haustiere Erbrechte besitzen sollten, herrscht auf Sylt nun Rechtsklarheit. Ein Raubtier hat kein allgemeines Persönlichkeitsrecht. Damit ist das Schicksal des Keitumer Goldschakals besiegelt – zumindest das juristische.

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Der Versuch eines Umweltverbandes, den Ruf des vierbeinigen Lämmer-Gourmets gerichtlich reinzuwaschen, scheiterte krachend an der harten Realität der Rechtsprechung. Da der Schakal weder über ein polizeiliches Führungszeugnis verfügt noch Mitglied im örtlichen Golfclub ist, kann er auch keinen „guten Ruf“ verlieren. Er darf also weiterhin offiziell als der „Pate der Weiden“ gelten, ohne dass seine Anwälte wegen übler Nachrede einschreiten könnten.

Das Schweigen der Lämmer – und der Kühltruhen

Doch während in Schleswig noch über Paragrafen gebrütet wurde, hat sich die Situation vor Ort auf die gewohnt pragmatische Sylter Art gelöst. Seit Mai 2025 ist das Tier spurlos verschwunden. In den hinteren Räumen der Insel-Gastronomie und in den privaten Söl’ring-Stuben flüstert man sich jedoch eine Version der Geschichte zu, die in keinem Aktenzeichen auftaucht.

Es wird gemunkelt, der Goldschakal habe seine letzte Ruhe nicht etwa auf dem Festland gefunden, sondern eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung in einer hiesigen Tiefkühltruhe erhalten. Zwischen einer Packung Grünkohl und dem Vorrat an Fischstäbchen wartet der einstige Schrecken der Deiche nun vermutlich bei konstanten minus 18 Grad auf seine endgültige Bestimmung. Ein Schicksal, das im norddeutschen Winter zwar für Konservierung sorgt, die geladene Zeugenaussage vor dem Oberverwaltungsgericht jedoch erheblich erschweren dürfte.

Die Insel atmet auf, die Justiz kühlt ab

Die juristische Akte mag vorerst geschlossen sein, doch die soziokulturelle Bedeutung bleibt: Auf Sylt regelt man Probleme eben noch mit der Hand am Gefrierfachdeckel. Wer kein Persönlichkeitsrecht hat, braucht sich auch nicht über mangelnde Beinfreiheit zwischen dem Frostfutter zu beschweren.

Der Umweltverband erwägt derweil die Berufung. Man möchte wohl sicherstellen, dass künftige invasive Arten zumindest die theoretische Chance haben, wegen Verleumdung gegen die Presse vorzugehen. Bis dahin bleibt der Schakal das, was er für die Einheimischen schon immer war: Ein Phantom, das erst die Schafe und dann das Zeitliche segnete – und nun eventuell als besonders exklusiver „Insel-Braten“ auf seine Entdeckung wartet.

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