Pottwal-Obduktion: Die wahre Todesursache jetzt identifiziert

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Hörnum (spa) – Ein Jahr nach der spektakulären Strandung eines 14,3 Meter langen Pottwals bei Hörnum liegen nun die abschließenden Untersuchungsergebnisse vor. Während das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) offiziell von „Organversagen durch Eigengewicht in flachen Tidengewässern“ spricht, deuten interne Protokolle der Sylter Experten auf eine weitaus tragischere, inselspezifische Ursache hin: Der Meeressäuger hat schlichtweg den Überlebenswillen verloren, nachdem er fälschlicherweise Kurs auf Föhr genommen hatte.

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Tödliche Monotonie im Wattenmeer

Die Analyse der Mageninhalte bestätigte zwar den Verzehr von Tiefseekalmaren im Nordatlantik, doch das psychologische Profil des Bullen zeichnet ein düsteres Bild der letzten Stunden. „Ein Tier, das die Dynamik der Tiefsee und den harten Überlebenskampf im Ozean gewohnt ist, verkraftet den Anblick der Wyker Uferpromenade nur bedingt“, erklärt ein anonymer Insider der Inselverwaltung.

Die Theorie der Forscher: Der Wal navigierte irrtümlich in die flachen Gewässer zwischen den Inseln. Als er realisierte, dass das kulturelle Highlight des Tages dort das Beobachten einer eintreffenden Fähre und das anschließende Verzehren eines mittelwarmen Fischbrötchens war, setzte die letale Apathie ein.

Diagnose: Vor Föhr zu Tode gelangweilt.

Quecksilber oder Existenzangst?

Zwar wurden in der Leber des Giganten erhöhte Quecksilberwerte nachgewiesen, doch Experten halten diese für zweitrangig.

„Wissen Sie, wenn so ein majestätischer Tiefseejäger aus der unendlichen Weite des Atlantiks auftaucht und das Erste, was er sieht, eine beige Windjacke bei einer geführten Wattwanderung vor Föhr ist, dann bricht in ihm einfach etwas zusammen. Das ist kein biologisches Versagen, das ist der pure Verlust an Lebensfreude angesichts dieser provinziellen Ereignislosigkeit.“

Dass der Wal schließlich bei Hörnum strandete, wird in lokalen Fachkreisen als „letzter verzweifelter Versuch gewertet, wenigstens noch einmal echten Sylter Sand unter dem Bauch zu spüren, bevor die Lichter ausgehen.“

Der Kiefer als Mahnmal in List

Besucher des Erlebniszentrums Naturgewalten in List können nun den präparierten Unterkiefer bestaunen. Dass die Originalzähne aus Elfenbein durch Kunststoffkopien ersetzt wurden, hat übrigens weniger mit Diebstahlschutz zu tun, als mit der Sylter Etikette:

„Wir können es uns nicht leisten, dass Touristen die echten Zähne des Wals mit dem vergleichen, was nach einer durchschnittlichen Nacht in der Westerländer Gastronomie auf dem Gehweg landet“, kommentiert ein Sprecher des Zentrums trocken.

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