Sylter Bürgerinitiative fordert sofortige Abschiebung polarer Luftmassen

Bürgerinitiative „Wärme statt Weiß“

WESTERLAND – Die Geduld ist geschmolzen, der Schnee leider nicht: Nachdem in der Nacht auf den Donnerstag eine etwa zwei Zentimeter dicke Schicht aus Pappschnee die Insel Sylt unter sich begraben hat, ist die Stimmung am Kochen. Die Bürgerinitiative „Wärme statt Weiß“ (WsW) marschierte heute mit beheizbaren Kaschmir-Plakaten vor das Rathaus, um der „weißen Diktatur von oben“ endgültig den Stecker zu ziehen.

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„Schneeflöckchen, Weißröckchen – wir sehen uns vor dem Kadi!“

Hauptziel des Zorns ist die mutmaßliche Verursacherin der Misere: Eine gewisse Frau H., die laut Kläger Friedrich-Christian von Zitzewitz „gewerbsmäßig und ohne Rücksicht auf die maritime Infrastruktur ihre Bettwaren über sensiblem Feriengebiet entleert“. Eine entsprechende Klage vor dem Bundesverfassungsgericht ist bereits auf dem Weg.

„Wir haben jetzt die dritte Einschneidung hinter uns. Das ist kein Wetter, das ist ein gezielter Anschlag auf die Bodenfreiheit meiner Fahrzeugflotte!“, so von Zitzewitz, während er angewidert auf eine Schneeflocke starrt, die es wagte, auf seinem Revers zu landen. „Mein Porsche hat eine Bodenfreiheit von 110 Millimetern. Wenn da zwei Zentimeter Schnee liegen, ist das rechnerisch fast schon Hochwasser!“

Die Lösung: Der „Insel-Toaster“

Um künftige Katastrophen dieser Tragweite (0,02 Meter Neuschnee) zu verhindern, fordert die Initiative ein radikales Infrastrukturprojekt: Die totale Thermostatisierung der Insel.

  • Kernforderung: Einbau von Hochleistungs-Heizschlangen unter sämtlichen Straßen, Gehwegen und Strandpromenaden.
  • Das Ziel: Jede Flocke soll bereits im Moment des Bodenkontakts mit einem befriedigenden Zisch-Geräusch verdampfen.
  • Zusatzmaßnahme: Installation von gigantischen Heißluftföhnen an den Ortseingängen, um ankommende Fahrzeuge von „illegalem Festlands-Anhangskristallen“ zu befreien.

„Finanzierung über die Kurtaxe für Geringverdiener“

Die Kosten für den Betrieb des „Insel-Toasters“, die schätzungsweise dem Energiebedarf einer mittelgroßen europäischen Hauptstadt entsprechen, sieht die Initiative gelassen. „Qualität hat eben ihren Preis“, erklärt eine Demonstrantin, die ihren Mops in einen beheizten Daunenmantel gehüllt hat. „Man könnte das über eine Sonderabgabe für Tagestouristen regeln, die ohnehin nur hierherkommen, um unseren schönen, teuren Asphalt mit ihren Billigschuhen schmutzig zu machen.“

Sollte das Rathaus die Heizung nicht bis zum nächsten Frost installieren, droht die Initiative mit einem „Schnee-Streik“: Man werde die Einfahrten der Insel so lange mit leergetrunkenen Magnumflaschen verbarrikadieren, bis die Sonne ein Einsehen hat.

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